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Heraklit

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Gedanken eines Laien zu großen Denkern und Forschern.
Was mir an den einzelnen Philosophen und Wissenschaftlern am wichtigsten erscheint.


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Heraklit: Die meisten Menschen haben eine oberflächliche Realitätswahrnehmung und Lebensart. Sie sind somit Unbelehrbare, die ihre trügerische Realitätswahrnehmung nicht anzweifeln, wenn man ihnen mit dem Logos das Gegenteil beweist. Logos, der Gehalt und Sinn der Rede, bringt eine vernunftgemäße Erklärung der Weltordnung.
Meine Gedanken dazu: Das klingt gescheit, aber auch belehrend und überheblich. Wenn das Gehirn heißläuft, sollte man daran denken, dass Genie und Wahnsinn oft nahe beieinanderliegen. Da hilft vielleicht das Sofa und ein Krimi im Fernsehen. Solche Zerstreuung gab es 500 vor Christus natürlich nicht. Auch ein Waldspaziergang kann gefährlich sein, wenn man nicht abschalten kann.
Er scheint in den Bergen um Ephesos zeitweise eine Art Einsiedlerleben geführt haben. Nach Anekdoten soll er eine Beteiligung an der Gesetzgebung in Ephesos abgelehnt haben, weil er lieber mit den Kindern im Artemistempel spielen wollte. Als er im Alter an Wassersucht (Ödeme) erkrankte, soll er sich unter einen Misthaufen gelegt haben, um den wassersüchtigen Körper auszutrocknen.
Heraklit hatte seine Lehren aufgeschrieben und das Werk im Artemistempel von Ephesos aufbewahrt, eines der sieben antiken Weltwunder. Der Tempel von ca. 500 vor Christus war bereits das vierte Gebäude an dieser Stelle (Nachfolgetempel D). Dieser wurde 356 vor Christus durch eine Brandstiftung zerstört und ein neues Gebäude begonnen, das anscheinend nie richtig fertig wurde. Deshalb ist von den Aufzeichnungen nichts erhalten. Erst viel später schrieben andere mündlich überlieferte Zitate und Anekdoten auf. Niemand weiß, ob diese tatsächlich wahr sind. Wenn er sich anderen Menschen gegenüber, wie oben erwähnt, so kritisch geäußert hat, ist es genauso möglich, dass man ihn mit Spottgeschichten nachträglich diffamiert hat. Auf jeden Fall scheint er ein ziemlicher Sonderling gewesen zu sein.
Nur mit dem Logos kann man das ständige Werden und den ständigen Wandel begreifen und erklären, denn alles fließt. Es gibt kein statisches, gleichbleibendes Sein, sondern alles ist immer Werden und Vergehen.
Im Gegensatz zum griechischen Demokrit, der einige Jahrzehnte später lebte, und auf den die Lehre der ewigen und unveränderlichen Atome zurückgeht, behauptete er, dass es nichts ewig unveränderbares gibt, weil man beobachten kann, dass sich überall und ständig alles verändert: »Man kann nicht zweimal in denselben Fluss steigen, denn andere Wasser strömen nach.«
Das ständige Werden und Vergehen führt er auf das Spannungsverhältnis von Gegensätzen in der Natur zurück. Das ständige Schwingen zwischen Gegensätzen in der Erfahrungswelt des Menschen bildet eine Einheit.
Viele Tatsachen und Begriffe sind nur durch ihren jeweiligen Gegensatz erfahrbar. Gäbe es keine Nacht, würden wir auch nicht von Tagen sprechen. Würden wir niemals krank, gäbe es den Begriff Gesundheit nicht. Ähnliche ist es mit Hunger und Sattheit, Schlechtem und Gutem, Anstrengung und Ruhe, Wachen und Schlafen, Fröhlichkeit und Traurigkeit, Wärme und Kälte, Winter und Sommer. Das Schwingen zwischen diesen gegensätzlichen Polen macht unser Leben aus. So gehört das Verschiedene zusammen «wie in einem Kreis, dessen Anfang und Ende zusammenfallen».
Diese schwingende Weltordnung hat kein Gott und kein Mensch geschaffen, sondern sie war immer da und wird ewig sein.
Kein Wunder, dass die christliche Kirche Jahrhunderte später die griechische Philosophie verdammte. Sie war zu weltlich. Nach ihr braucht die Welt keinen Gott um zu funktionieren. Irgendwie waren Logos und Vernunft der Gott der Philosophen. Trotzdem schließt er die Existenz von Göttern nicht aus: »Das Geschlecht der Menschen kommt nie zu wirklichen Einsichten, wohl aber das der Götter.«
Der Seele ist der Logos eigen, der sich selbst mehrt.
Die moderne Erforschung des Leib-Seele-Problems sieht den Logos und die Vernunft wohl eher in der Psyche. Und diese sitzt im Gehirn in Form von Elektrischen und chemischen Nervenimpulsen, ist also körperlich! Unser Körper erledigt also das Denken und unser Bewusstsein, unsere Seele, meint nur dass sie "denkt".
Der Krieg ist der Vater aller Dinge.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass er damit nicht die bewaffneten Auseinandersetzungen meinte, sondern den ständigen Widerstreit von den oben genannten Gegensatzpaaren, der das Leben vorantreibt.
Für meine Texte: © 2017 by Erwin Purucker

Geboren wurde Heraklit 520 vor Christus in Ephesos und er wurde 60 Jahre alt. Alle Abbildungen und Skulpturen sind reine Phantasie, da keine Skulptur oder Abbildung erhalten ist. Heute gehört Ephesos zur Türkei, damals lag es in der griechischen Kolonie Ionien an der Westküste Kleinasiens. Als die Römer das Gebiet übernahmen, änderte sich der Name von Ephesos in Ephesus (Latinisierung).

Ephesus und der Siebenschläfer-Tag

Was hat Ephesus mit unserem Siebenschläfer-Tag zu tun? Alle Tage des Jahres wurden ja von der Kirche mit Heiligen-Namen versehen. Auch der Name Siebenschläfer bezieht sich auf eine alte kirchliche Heiligenlegende, die 750 Jahre nach Heraklit spielt. Es war die Zeit der Christenverfolgung unter dem römischen Kaiser Decius um das Jahr 250 nach Christus. Sieben junge Christen waren in eine Berghöhle bei Ephesus geflohen. Als die Römer sie entdeckten, hat man sie nicht direkt getötet, sondern lebendig eingemauert. Sie starben jedoch nicht, sondern schliefen 195 Jahre lang. Als man sie schließlich zufällig entdeckte, predigten sie die Auferstehung der Toten und starben dann nach kurzer Zeit. Ein Musterbeispiel kirchlich-christlicher  Legendenbildung jener Zeit. Die Bibel, vor allem in den Paulusbriefen, lässt an der Philosophie ja kein gutes Haar und setzt sie mit Ketzerei, Gotteslästerung und Sternendeuterei gleich.





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